Grüße vom Rhein

Am letzten Wochenende verschlug uns das diesjährige Treffen des Arbeitskreies Meteore e.V. nach Oberwesel an den Rhein. Wir sind früh losgefahren, um uns noch die Loreley anzuschauen und uns an den zahlreichen Burgen entlang der beiden Steilufer zu erfreuen. In Oberwesel selbst haben wir uns neben dem Meteoritenmuseum auch das Städtchen selbst, die mittelalterliche Stadtmauer und die Schönburg angeschaut.

10.01.17 – Eisnebelhalos auf dem Fichtelberg

Als kleinen Nachtrag möchten wir noch die bisher schönsten Eisnebelhalos der bisherigen Saison vom 10.01.2017 auf dem Fichtelberg nachreichen. Bei einer Temperatur von -10°C und Windstärke 6 bildete sich ab 14 Uhr eine dünne Eisnebelhaube am Gipfel (1. Bild in der Galerie). Ging man in diese hinein, konnte man wunderschöne und vor allem helle Eisnebelhalos beobachten. Zu sehen waren folgende Haloarten: der 22°-Ring, beide Nebensonnen, die obere Lichtsäule, der 46°-Ring, ein heller und farbiger Zirkumzenitalbogen sowie Teile des Horizontalkreises.

An der Zwickauer Mulde

Als erste kleine Wanderung des Jahres waren wir heute an der Zwickauer Mulde nahe Hartenstein. Zuerst besuchten wir die Prinzenhöhle, einem  etwa 18 Meter langen mittelalterlichen Bergwerksstollen, wo sich der Sage nach im Juli 1455 die Ritter Wilhelm von Mosen und Wilhelm von Schönfels, Komplizen des Kunz von Kaufungen und zwei ihrer Knechte den Prinzen Ernst von Sachsen während des Altenburger Prinzenraubes versteckten. Entlang der Mulde ging es dann bis zur Burg Stein, deren ältester Teil, unter anderem auch der runde Bergfried mit historischem Leiter-Einstieg, wahrscheinlich schon um das Jahr 1200 auf einem Fels direkt am Mulde-Südufer errichtet wurden.

Naturreservat Soos

Soos liegt sechs Kilometer nördlich von Franzensbad in Hajek und ist ein Ausflug ungefähr drei Millionen Jahre in die Vergangenheit. Das ausgedehnte, mehr als 200 ha große Torfmoor liegt auf dem Boden eines ausgetrockneten Sees im Gebiet, wo sich noch am Anfang des Quartärs die letzten aktiven Vulkane in unseren Ländern befanden.

Die Spuren der vulkanischen Tätigkeit sind hier noch heute deutlich zu sehen. Es sind an vielen Stellen Mofetten zu beobachten, natürliche Kohlenstoffdioxid-Entgasungen, die sowohl unter Wasser als auch im Trockenen auftreten. Die verstärkten Kohlenstoffdioxid-Entgasungen hängen mit dem jungen Vulkanismus zusammen und sind an stark tektonisch beanspruchte Gebiete gebunden.

Etwa 200 Mineralquellen unterschiedlicher Mineralisation sind im Naturschutzgebiet Soos bekannt. Die Mineralisation begünstigt das Wachstum von Kieselgur-Ablagerungen.

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Ausflug nach Loket und Egertal

Loket (Elbogen) ist eine wunderschöne Stadt nahe Karlsbad im böhmischen Tal der Eger. Die Altstadt mit gleichnamiger Burg liegt auf einem Granitfelsen und wird von der Eger umflossen. Daher der Name Elbogen (Tschechisch: Loket).

Von dort aus kann man das herrliche tief eingeschnittene Egertal in Richtung Doubi bei Karlsbad entlang wandern. Unterwegs kommt man an den Hans-Heiling-Felsen (tschechisch Svatošské skály) vorbei, einer Felsengruppe aus Granit, welche die Eger auf ihrem gewundenen Weg im Laufe der Jahrhunderte freigelegt hat. Zwei Gaststätten laden hier zum Verweilen ein.

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Airglow über dem Fichtelberg

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Am Morgen des 8. August war ich dabei, die Milchstraße über der Wetterwarte zu fotografieren und vielleicht ein paar Perseiden zu erwischen. Nachdem die Augen adaptiert waren, fielen mir streifenförmige diffuse Helligkeitsunterschiede am Ost- bis Nordhorizont auf. Direkt am Horizont schienen sogar leichte Rottöne im Spiel zu sein. Ich dachte sofort an Airglow, allerdings mit leichtem Zweifel im Hinterkopf, ob man das zarte Nachthimmelsleuchten wirklich vom Licht umringten Fichtelberg aus sehen kann. Ich fotografierte die entsprechenden Himmelsbereiche – und wirklich: es kamen zartgrüne Streifen zum Vorschein.

Das Airglow konnte auch von anderen gesehen und/oder fotografiert werden, so zum Beispiel von Rico Hickmann in Dippoldiswalde im Erzgebirge und în Süddeutschland von Thomas Klein in Miesbach und von Jens Hackmann in Weikersheim.

Interessanterweise war die Aktivität eher langweilig. Allerdings registrierte das Infrarot-Spektrometer an der Forschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze monochromatische Schwerewellen, die zu stark schwankender Aktivität geführt haben könnten. Allerdings deuten die Strukturen ein so genanntes „Mesospheric bore event“ an.

Vielen Dank an Till Rehm und Carsten Schmidt vom Schneefernerhaus für die Datenanalyse!