Airglow über dem Fichtelberg

IMG_5755bc

Am Morgen des 8. August war ich dabei, die Milchstraße über der Wetterwarte zu fotografieren und vielleicht ein paar Perseiden zu erwischen. Nachdem die Augen adaptiert waren, fielen mir streifenförmige diffuse Helligkeitsunterschiede am Ost- bis Nordhorizont auf. Direkt am Horizont schienen sogar leichte Rottöne im Spiel zu sein. Ich dachte sofort an Airglow, allerdings mit leichtem Zweifel im Hinterkopf, ob man das zarte Nachthimmelsleuchten wirklich vom Licht umringten Fichtelberg aus sehen kann. Ich fotografierte die entsprechenden Himmelsbereiche – und wirklich: es kamen zartgrüne Streifen zum Vorschein.

Das Airglow konnte auch von anderen gesehen und/oder fotografiert werden, so zum Beispiel von Rico Hickmann in Dippoldiswalde im Erzgebirge und în Süddeutschland von Thomas Klein in Miesbach und von Jens Hackmann in Weikersheim.

Interessanterweise war die Aktivität eher langweilig. Allerdings registrierte das Infrarot-Spektrometer an der Forschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze monochromatische Schwerewellen, die zu stark schwankender Aktivität geführt haben könnten. Allerdings deuten die Strukturen ein so genanntes „Mesospheric bore event“ an.

Vielen Dank an Till Rehm und Carsten Schmidt vom Schneefernerhaus für die Datenanalyse!